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Geo-Weg auf dem Stanserhorn / Klimawandel
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Geo-Weg Stanserhorn - Wirzweli
Der Geo-Weg entstand in Zusammenarbeit von NWW, UBN, WWF und verläuft auf bestehenden Wanderrouten. Lernen Sie die Geologie und Botanik der Stanserhorn-Region kennen! Folgen Sie dem geologischen Weg durch die grösste Kunstgalerie des Kantons. Informationstafeln entlang der Wegstrecke informieren Sie über die Gesteinsformationen und Gesteinsfaltungen, weisen auf schöne Versteinerungen hin und vermitteln viel Interessantes über den Boden unter Ihren Füssen. Wer Glück hat, findet unterwegs auch Versteinerungen als Zeugen des Urmeeres. Besonders eindrücklich sind die Urgesteinsmassen, die am Chli Horn gut zu sehen sind.
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Wanderrouten
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Klimawandel
Schon seit Beginn der Erdgeschichte gibt es natürliche Klimaschwankungen. Seit dem Pleistozän (vor rund 1’750'000 Jahren) begannen sich die Klimaschwankungen zu intensivieren. Es kam zu Gletschervorstössen bis ins Mittelland während den Eiszeiten und zu deutlichen Klimaerwärmungen in den Warmzeiten. Vor rund 10'200 Jahren (Beginn Holozän) endete die letzte grosse Kaltzeit und das Klima erwärmte sich. Um 1850 stiessen die Gletscher in den Alpen ein letztes Mal vor. Seither steigen die Temperaturen zunehmend.
Treibhauseffekt
Treibhausgase in der Atmosphäre sind wichtig für das Leben auf der Erde. Sie verändern die Strahlungsbilanz der Erde: Die Treibhausgase sind für kurzwellige Sonneneinstrahlung (UV-Strahlung) durchlässig. Sie halten aber die langwellige Abstrahlung der Erde (Infrarot-Strahlung) zum Teil zurück. Dadurch erwärmt sich die Erde und wird bewohnbar. Dieser natürliche Effekt wird durch die menschliche Produktion von Treibhausgasen verstärkt.
 
Abb. 1: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) sind neben Wasserdampf die wichtigsten Treibhausgase. Ihre Konzentrationen haben in den letzten 200 Jahren, seit Beginn der Industrialisierung, stark zugenommen und sind höher als je zuvor in den letzten 420’000 Jahren.
Seit mindestens 20’000 Jahren wurde kein so schneller CO2-Anstieg beobachtet. Er ist ei-nerseits auf die Verbrennung fossiler Energieträger (Erdöl, Kohle, Gas) zurückzuführen und andererseits auf die veränderte Landnutzung, vor allem auf die Abholzung von Wäldern. Die gemessenen Zahlen der CO2-Emission sprechen eine deutliche Sprache: Rund 75% der CO2-Emissionen der letzten 20 Jahre gehen auf das Konto Verbrennung fossiler Energieträ-ger und etwa 25% auf die veränderte Landnutzung zurück.
 
Abb. 2: Die Grafik zeigt den gleichzeitigen Anstieg von CO2-Gehalt in der Atmosphäre und der mittleren Jahrestemperatur seit Beginn der Industrialisierung. Der Anstieg des CO2 Gehalts ist hauptsächlich durch Verbrennung fossiler Energieträger bedingt.
Beobachtungen
Temperaturanstieg Von 1990 bis 2100 steigt die globale mittlere Temperatur um 1.4 bis 5.8°C. Die Erwärmung ist zwei- bis zehnmal grösser als diejenige im 20. Jahrhundert und ist sehr wahrscheinlich einzigartig seit dem Ende der letzten Eiszeit vor ungefähr 10’000 Jahren. Klimaänderungen sind regional sehr unterschiedlich. Wahrscheinlich steigt die Temperatur über dem Land und im Alpenraum stärker an als im globalen Mittel. In Europa häufen sich Hitzewellen und die Anzahl Frosttage nimmt ab.
Abschmelzen von Gletschern Die alpinen Gletscher reagieren besonders stark auf Klimaänderungen. Ein Gletscher hat ein Nährgebiet, in welchem sich die Schneefälle anreichen und zu Eis umwandeln. In seinem Zehrgebiet, im Zungenbereich, schmilzt das Gletschereis ab. So entsteht ein Gleichgewicht zwischen Eiszuwachs durch Niederschlag und Eisabtrag durch Schmelzen. Bei Klimaänderungen verschieb sich dieses Gleichgewicht wie folgt: • Warmer und niederschlagsarmer Frühling: Weniger Schnee in den Nährgebieten schmilzt schnell ab -> Eiszuwachs vermindert. • Strahlungsreicher, warmer Sommer und Herbst: keine schützende Schneedecke -> Gletscher sind der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt und schmelzen stark ab. • Schneearmer Winter: Wenig Schnee wird in den Nährgebieten akkumuliert. Demzufolge ziehen sich die Gletscher nicht nur zurück, sondern sie verlieren vor allem auch an Volumen.

Abb. 3: Die Gletscher am Titlis haben sich zwischen 1936 und 2005 um rund 500 m zurückgezogen und beträchtlich an Volumen verloren. Steigen die Temperaturen weiterhin an, werden die Gletscher bis Ende des Jahrhunderts am Tiflis ganz verschwunden sein. Dies hat beträchtliche Auswirkungen: Der Wasserhaushalt der Region wird stark beeinflusst, da der Gletscher als Trinkwasserspeicher dient. Überdies verliert die Region deutlich an touristischer Attraktivität.
Permafrost und Eis in Felsritzen taut vermehrt auf In Permafrostgebieten ist der Untergrund das ganze Jahr bis in grosse Tiefen gefroren. Nur die obersten Meter tauen im Sommer auf. In den Alpen tritt dieses Phänomen in höheren Lagen auf. Bei den steigenden Temperaturen taut der Untergrund vermehrt auf. Hänge, welche gefroren waren, tauen auf und werden instabil. Ebenfalls kann Eis in Felsritzen schmelzen und Felspartien verlieren an Stabilität.
Stürme häufen sich Ebenfalls werden sich extreme Stürme, wie es der Orkan „Lothar“ vom 26. Dezember 1999 war, in Zukunft häufen. Dieser richtete grosse Schäden an: In der Schweiz starben 14 Menschen während dem Sturm, 15 bei den Räumungsarbeiten. Die Schadenssumme an Wald, Gebäuden und Fahrhabe, verursacht in nur 2 Stunden, betrug 1'780 Mio. Franken. In Nidwalden wurden über 20% aller Gebäude beschädigt. Am Stanserhorn wurde über 80% des Schutzwaldes zerstört.
Niederschläge In mittleren bis nördlichen Breitengraden werden die Niederschläge im Allgemeinen zunehmen. Für den Alpenraum zeigen die Modelle tendenziell eine Abnahme der Niederschläge im Sommer und eine Zunahme der Niederschläge im Winter. Allgemein scheinen sich Extremereignisse zu häufen, seien dies Starkniederschläge, extreme Hitze oder Dürreperioden.
Meeresspiegelanstieg Der globale mittlere Meeresspiegel steigt von 1990 bis 2100 zwischen 9 cm und 88 cm an. Hauptursache ist die thermische Ausdehnung des Ozeans.
Biodiversität, Landwirtschaft und Tourismus Die Höhenstufung der Vegetation und die Waldgrenze verschieben sich nach oben. In tieferen Lagen wandern Pflanzen- und Tierarten aus wärmeren Regionen ein. Die Obstbäume auf dem Stanserboden werden in Hundert Jahren möglicherweise Olivenbäumen weichen. Die Pflanzen blühen früher und tragen auch immer früher Früchte. Die Vegetationsperiode wird länger. In tieferen Lagen wird dadurch die Produktion im Acker- und Futterbau gesteigert, wenn im Sommer die verstärkte Trockenheit nicht zu Wassermangel und zu Ernteaus-fällen führt. Das Alpgebiet wird für die Sömmerung des Viehbestandes immer wichtiger. Die Schneesicherheit in den Tourismusgebieten der Zentralschweiz wird bis zu 80% reduziert.
Folgen
Steigende Naturrisiken Naturrisiken wie Murgänge, Rutschungen, Steinschlag, Felsstürze, Erosion, instabile Böden, Lawinenniedergänge, Unwetter, Überschwemmungen und Stürme häufen sich aufgrund von meteorologischen Extremereignissen und aufgrund des Auftauens des Permafrosts. Diese Naturrisiken haben Personen- und Sachschäden zur Folge. Schäden durch Naturereignisse können jedoch durch integrales Risikomanagement (planvoller Umgang mit Naturrisiken) eingedämmt werden. Dazu gehören:
• Planerischer Schutz (Raumplanung mit Gefahrenkarten und Zonenpläne) • Organisatorischer Schutz (z.B. Notfallplanung und –Organisation, Warnsysteme, Evakuierungen und Sperrungen) • Baulicher Schutz (z. B. Verbauungen und Objektschutz) • Biologischer Schutz (Schutzwald, Landschafts- und Waldpflege)
Die Massnahmen im integralen Risikomanagement müssen bei möglichst geringen Kosten eine höchstmögliche Wirksamkeit erzielen. Die global anfallenden Versicherungsschäden verdoppeln sich derzeit alle 12 Jahre. Hält dieser Trend an, wird bis Mitte Jahrhundert eine jährliche Schadenssumme von über einer Billion Dollar erreicht werden. Weltweit werden grosse Gebiete durch den ansteigenden Meeresspiegel von Überflutungen bedroht. Dürren und Wasserknappheit bedrohen besonders die Entwicklungsländer, welche nur sehr begrenzte finanzielle Mittel zum Schutz gegen Naturrisiken besitzen. Diese Regionen werden am meisten unter dem Klimawandel leiden.
Gesundheit Der Klimawandel hat verschiedene gesundheitliche Auswirkungen: In ariden und semiariden Gebieten kommt es vermehrt zu Dürren und Wasserknappheit, was Hunger und Krankheiten aufgrund der schlechten Wasserqualität zur Folge hat. In gemässigten Breiten nehmen Atemwegerkrankungen, allergische Beschwerden und die Verbreitung und Häufigkeit von Infektionskrankheiten zu. Dies geschieht im Zusammenhang mit anderen Umwelteinflüssen wie z.B. Luftverschmutzung, veränderte Pollenaktivität, vermehrte Verbreitung von Insekten und Zecken.


Abb. 4 und Abb. 5: Das Unwetter im August 2005 richtete in der Schweiz grosse Schäden an, allein im Kanton Nidwalden kostete die Wiederinstandstellung rund 127 Millionen Franken. Im Bild der Nordfuss des Stanserhorns: Murgänge beschädigten Spital, Wohnhäuser und das Trassee der Stanserhornbahn. Durch ein integrales Schutzprojekt wird die Situation im Gebiet entschärft. Als Folge der Klimaerwärmung muss vermehrt mit solchen Unwettern gerechnet werden.
Massnahmen
Der Klimawandel hat viele direkte und indirekte Folgen auf uns und unsere Umwelt. Noch sind längst nicht alle Zusammenhänge und Auswirkungen geklärt. Fest steht jedoch: Um die Veränderungen der Strahlungsbilanz und des Klimas zu begrenzen, ist es nötig, die Emissionen von Treibhausgasen zu senken. Dies ist nur möglich, wenn die Verbren-nung fossiler Energieträger (Erdöl, Kohle, Gas) massiv gedrosselt wird. Die durch den Menschen verursachte Klimaänderung wird mehrere Jahrhunderte andauern, da das CO2 in der Atmosphäre kaum abgebaut wird. Eine Stabilisierung des atmosphärischen CO2 - Gehaltes verlangt, dass die globalen Emissionen deutlich unter die heutigen Werte gesenkt werden. Dazu sind international koordinierte, ökonomische und politische Mass-nahmen notwendig.
Text: Lea Odermatt, Geologin, www.oeko-b.ch und Markus Baggenstos, Biologe, www.oekoberatung.ch Grafik: Lea Odermatt und Markus Amstad, www.kreaho.ch
Quellen: Eidg. Forschungsanstalt WSL; Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL (Hrsg.) 2001: Lothar. Der Orkan 1999. Ereignisanalyse. - Birmensdorf, Bern, Eidg. Forschungsanstalt WSL, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL. 365 S. Ereigniskataster Nidwalden Unwetter August 2005, Ereignisdokumentation; Kanton Nidwal-den: Amt für Wald und Energie / Tiefbauamt; Stans 2006. Gletscherberichte (1881-2002) ”Die Gletscher der Schweizer Alpen”, Jahrbücher der Glazio-logischen Kommission der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (SANW) herausgegeben durch die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich. No. 1-122, (http://glaziology.ethz.ch/swiss-glaciers/). Homann, R: Das Klima ändert – auch in der Schweiz; Die wichtigsten Ergebnisse des dritten Wissensstandsberichts des IPCC aus der Sicht der Schweiz; 2002. Hohmann, R: Klimaänderung und die Schweiz 2050; OcCC / ProClim; Vögeli AG Druckzent-rum, Langnau; 2007. Summary for Policymakers; A Report of Working Group I of the Intergovernmental Panel on Climate Change (Iccp)
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