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Oldtimer-Bahn
Die Neuzeit schreibt Geschichte Von der Pionierleistung zum Oldtimer - Ein Hauch Nostalgie
Stanserhorngeschichte: Der Beginn Bahn in drei selbständigen Sektionen Schicksal und Neubeginn Technik Scheinwerfer – Über 110 Jahre Tradition
Die Neuzeit schreibt Geschichte

Am 16. Juli 2009 ist in Stans beim Bahnübergang Schützenmattweg ein Lastwagen mit der original Oldtimer Standseilbahn der Stanserhornbahn zusammengestossen. Dabei wurde der historische Originalwagen Nr. 2 massiv beschädigt. Die Bahn fuhr ohne Gäste bergwärts, so dass glücklicherweise keine Personen zu Schaden kamen. Der Wagenführer wurde bei der Kollision von der Bahn geschleudert, er blieb jedoch wie durch ein Wunder unverletzt.

Der Schaden, welcher an der Bahn und am Trassee entstand, war gross. Während der Reparaturarbeiten wurde der Betrieb der Stanserhorn-Bahn bis zur Mittelstation Chälti mittels Busersatz aufrechterhalten. Das Chassis der Oldtimer Standseilbahn wurde bei Garaventa in Gwatt bei Thun gerichtet. Zudem wurden die Sicherheitsbauteile geprüft. Das Team von Holzbau Amstutz in Stans arbeitete gleichzeitig tatkräftig am Holzaufbau der Bahn. Bei den Reparaturarbeiten wurde das Herstellungsverfahren alter Zeiten übernommen und bis ins letzte Detail umgesetzt. Verwendet wurde dafür Eschen-, Tannen- und Eichenholz bester Qualität. Der historische Originalwagen Nr. 2 wurde in Rekordzeit von gut zwei Wochen wieder in Stand gestellt.

Am 31. Juli 2009 konnte der Wagen wieder aufs Trassee beim Bahnübergang zum Schützenmattweg gesetzt werden. Pünktlich zum Schweizer Nationalfeiertag am 1. August konnte somit der Betrieb der Oldtimer Standseilbahn aus dem Jahr 1893 ihren Betrieb wieder aufnehmen. In der Saison 2010 wird die Bahn dann wieder in gewohntem Rot erstrahlen.

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Von der Pionierleistung zum Oldtimer - Ein Hauch Nostalgie 1893 noch eine Weltrekordleistung, ist die Oldtimer-Bahn heute eine eindrückliche Synthese zwischen Nostalgiebahn und moderner Bergbahntechnik. Ein Meisterstück von Josef Durrer und Franz Josef Bucher-Durrer, den Bahnpionieren. Sie teilten die fast vier Kilometer lange Strecke aus technischen Gründen auf drei voneinander unabhängige Bahnen mit gemeinsamen Umsteigestationen im Kälti und auf der Alp Blumatt auf. Die unterste, heute noch betriebene Sektion, ist mit 1556 m die längste. Im Kälti (714 m ü.M.) verlassen Sie dann die «historischen Pfade» und schwingen sich mit der modernen Luftseilbahn in die Lüfte auf den Kulm.
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Stanserhorngeschichte:
Der Beginn Die Initianten und unermüdlichen Förderer des Stanserhorn-Bahnprojektes, Josef Durrer und Franz Josef Bucher-Durrer, eröffneten die Stanserhorn-Bahn im August 1893. Diese erste elektrische Bergbahn war – neben der Strassenbahn in Genua und Hotelpalästen in Luzern, Kairo, Basel, Rom, Lugano – nur eines ihrer Projekte.

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Bahn in drei selbständigen Sektionen Die Bahn führte über drei selbständige Sektionen von Stans 454 m.ü.M auf das Stanserhorn. Die erste Sektion führte bis zur 1,55 Kilometer entfernten Zwischenstation Kälti (714 m ü.M.), um von dort mit dem nächsten Wagen die 1,09 km weiter gelegene Zwischenstation Blumatt (1221 m ü.M.) zu erreichen. Hier fand der letzte Umstieg statt: 1,275 km waren zu überwinden, um zur 1850 Meter hoch gelegenen – einst in das Hotel integrierten Bahnstation – zu gelangen. Jede der drei Sektionen war eingleisig mit einer automatisch funktionierenden Kreuzungsanlage ausgerüstet, auf denen je zwei Wagen verkehrten. Durch einen Seilmechanismus konnten sie jeweils von den bergseitigen Stationen aus in Fahrt gesetzt werden. Die Perrons auf den beiden Zwischenstationen waren parallel angeordnet, damit die Reisenden ohne grossen Zeitverlust die Wagen wechseln konnten.
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Schicksal und Neubeginn 1970 vernichtete ein verheerendes Feuer Hotel samt Bergstation. Bereits 1975 überbrückte eine Luftseilbahn die stillgelegte obere Sektion und die Besucher kamen wieder in Scharen. Da bei dem verheerenden Brand auch das Maschinenhaus der obersten Sektion vernichtet wurde, war das Ende der 3-Sektionen-Bahn besiegelt. Die oberen beiden Sektionen wurden durch eine moderne Luftseilbahn ersetzt. Anstelle des Hotels wurde auf den gleichen Grundmauern ein Restaurant erstellt. Das monumentale Räderwerk der alten Antriebsstation ist heute noch auf dem Stanserhorn zu bewundern.

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Technik High-tech – Baujahr 1893 Besondere Bedeutung kommt der 1893 erfundenen, automatisch wirkenden Schienenbremse zu. Damals war das eine Sensation und wurde vielerorts übernommen. Sie ist auch heute noch in Betrieb. Der Schwerpunkt der Erfindung liegt darin, dass bei einem Seilbruch der Wagen automatisch in den Schienen festgeklemmt wird (Schraubstock-Effekt).
Leider wurde ein grosser Teil der Bahn-Konstruktion beim Brand von 1970 zerstört. Einige der grossen Antriebselemente, welche vom Brand verschont geblieben sind, können heute noch auf dem Gipfel in einer Art Technik-Museum bestaunt werden.
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Technische Daten |
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1. Sektion |
2. Sektion |
3. Sektion |
Luftseilbahn |
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Baujahr |
1893 |
1893 |
1893 |
1975 |
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Ausserbetrieb- setzung |
in Betrieb |
1974 |
1974 |
in Betrieb |
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Länge |
1550 m |
1090 m |
1275 m |
2330 m |
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Talseitige Station |
Stans 450 m.ü.M |
Kälti 714 m.ü.M |
Bluematt 1221 m.ü.M. |
Kälti 714 m.ü.M |
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Bergseitige Station |
Kälti 714 m.ü.M |
Bluematt 1221 m.ü.M. |
Stanserhorn 1851 m.ü.M. |
Stanserhorn 1851 m.ü.M. |
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Höhendifferenz |
264 m |
507 m |
630 m |
1139 m |
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Max. Steigung |
17 % |
52,5 % |
63 % |
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Fahrzeit |
8 Min. |
18 Min. |
22 Min. |
8 Min. |
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Geschwindigkeit |
4,3 m/s |
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7 m/s |
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Antrieb |
Elektro |
Elektro |
Elektro |
Elek. 450 PS |
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Hilfsantrieb |
Dampf |
Dampf |
Dampf |
Diesel |
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Scheinwerfer – Über 110 Jahre Tradition Eine leuchtende Werbeidee Tourismuswerbung in früheren Jahren war ein sich Tummeln in neuen und unbekannten Gefilden. Eine Art Goldgräberstimmung muss damals bei den Tourismuspionieren geherrscht haben. Ein klassischer Zeuge einer aussergewöhnlichen Werbeidee wird noch heute auf dem Stanserhorn gepflegt – der weithin leuchtende Schweinwerfer.
Auf dem Stanserhorn (1'900 M.ü.M.) steht ein grosser Scheinwerfer, welcher ab und zu an schönen Sommerabenden Teile der Zentralschweiz mit seinem starken Lichtstrahl besucht. Wie das zustande kam, kann man alten Schriften entnehmen
Alte Schriften berichten „Es soll demnächst“, so mokierte sich eine Luzerner Zeitung am 28. Juni 1895, „auf dem Stanserhorn eine höhere Spiegelfechterei eingerichtet werden; was den erstaunten Talbewohnern vorgespiegelt wird, ist aber nicht sowohl eine 7prozentige Dividende, als vielmehr ein Strahlenbündel von 22 000 Normalkerzen, welches überall hinschiesst, jetzt das eigene Bahntrassee beleuchtend, dann im See aufblitzend und das Dampfschiff bestrahlend, dann wieder neckisch um die Nase des Pilatus aufzuckend.“ Die Zeitung orakelte keineswegs falsch, denn noch im gleichen Jahr schaffte sich Franz Josef Bucher-Durrer als Besitzer des Hotels Stanserhorn einen riesigen Scheinwerfer an, für welchen er von der Bahn eine Entschädigung von 700 Franken anforderte. Bucher-Durrer hatte sich das Ungetüm bestellt, um Werbung für seinen Berg zu machen. Nach Einbruch der Dämmerung in den Sommermonaten blitzte von nun an regelmässig der Scheinwerfer auf dem Stanserhorn auf und fuchtelte wie ein gleissender Finger in der Landschaft herum, tippte mitten hinein in die Dörfer und Gehöfte. Am Quai in Luzern staunten die promenierenden Gäste aus aller Welt und erkundigten sich nach dem sonderbaren Phänomen – und Bucher-Durrer hatte erreicht, was er wollte, nämlich mehr Gäste auf dem Horn!
Tradition lebt weiter An schönen Abenden steht der Schweinwerfer auch heute noch in Betrieb, während jeweils etwa 10-15 Minuten - und die alte Tradition lebt weiter.
 
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